Der Blick durchs Telefon

Telefonakquise ist eine gute Sache. Dein Kunde ist auf der anderen Seite der Leitung und hat keine Ahnung davon, was Du gerade wirklich tust. Eine gemütliche Sache – mit der Jogginghose und dem Kuschelpulli auf dem Sofa liegen, am Morgen kannst Du auf den Rasierer verzichten und das Loch im Socken stört auch niemanden…

NEIN!!! Wer dies als Vorteil der Akquise übers Telefon sieht, sollte es am besten einfach gleich sein lassen. Taktisch gute und überzeugende Worte sind nicht das Einzige, was beim Kunden am anderen Ende der Leitung ankommt. Du darfst den Blick, den Dein Gegenüber aufgrund Deiner Stimme hat, nicht unterschätzen!

Du kennst das gut von Menschen, die Du kennst. Du hörst ihre Stimme und weißt sofort: „Oh, der hört sich heute nicht gut an“. Diese Erfahrungswerte hat unser Unterbewusstsein gespeichert. Gleichzeitig besitzt jeder Mensch eine gewisse Menge an Empathie. Jeder von uns kennt das – wir hören eine uns unbekannte Person am Telefon und haben sofort ein Bild vor Augen. Wenn auch die Haarfarbe nicht stimmt, die grundsätzlichen Charakterzüge dieser Person schätzen wir richtig ein.

Wenn Du nun mit Deinen Feierabendklamotten auf dem Sofa lümmelst und ein Kundengespräch führst, kannst Du Dich noch so bemühen professionell zu klingen. Du kannst alle Künste Deiner Wortwahl auspacken. Die Erfahrungswerte und die Empathie der Person am anderen Ende der Leitung wird es vielleicht nicht gleich bewusst, aber auf jeden Fall unterbewusst wahrnehmen, wen sie an der Strippe hat.

Deine Stimme verrät mehr, als Du Dir vorstellen kannst. Dazu kommt noch, dass eine in Feierabendstimmung bemüht gute Wortwahl niemals die gleich professionelle sein wird, als wenn Du wirklich richtig am Arbeiten bist. Eine bemüht freundliche Stimme wird nie den gleichen Klang haben, wie die bei guter Laune.

Nun könntest Du dem Ganzen widersetzen, dass der Kunde Dich ja nicht kennt und nicht weiß, wie Du normal klingst. Doch seine Erfahrungswerte sind über Jahre im Unterbewussten gespeichert und er wird es merken.

Nicht nur Dein Gegenüber wird den Unterschied merken, auch Du selbst arbeitest auf ganz andere Art und Weise, wenn Du Dich gut fühlst. Und es ist nur menschlich, Dich frisch herausgeputzt besser zu fühlen, als in den für den Feierabend perfekten, aber für die Arbeit untauglichen Kuschelsocken.

Gönn Dir außerdem am Morgen die Zeit – in erster Linie nur für Dich – das aus Dir heraus zu hohlen, was du wirklich bist: Eine erfolgreiche Geschäftsfrau, ein charismatischer Unternehmer und nicht ein Coutchpotato, der sich so durchs Leben lümmelt.

Du hast es verdient, aber auch Deine Arbeit hat es verdient, dass Du ihr den Respekt entgegen bringst, mit angemessener Kleidung zu erscheinen!

Dein

Gernot Fräger

„Der spitze Schuh im Hintern des Vertriebs – überzeugte Verkäufer mit Kick“

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Autor: Gernot Fräger

Gernot Frägers große Leidenschaft ist die Spontanität auf Leute zuzugehen. Diese Leidenschaft überträgt er ebenso leidenschaftlich auf Menschen, die noch Hemmungen und Ängste in der Neukundenakquise haben.